Frage: welche Therapien werden im Tinnituszentrum eigentlich bei akutem Tinnitus angeboten?

Prinzipiell ist eine Cortisontherapie, die hochdosiert beginnt und dann innerhalb von 14 Tagen wieder ausgeschlichen wird, die Therapie der Wahl.  Sie ist die einzige Therapie, deren Wirksamkeit eindeutig  nachgeiesen ist. Gerne verabreicht werden im Akutstadium die „duchblutungsverbessernden“ Infusionen. Dazu ist allerdings zu sagen, dass die Wirksamkeit dieser Infusionen weder im Tierversuch noch in der klinischen Erprobung bewiesen werden konnte.

Soferne die Infusionen aber im Krankenhaus verabreicht werden, kann bei vielen Patienten ein anderer Effekt wirksam werden: die Herausnahme des Patienten aus seinem häufig stressigen beruflichen und manchmal auch privaten Umfeld spielt hier meiner Meinung nach die entscheidende Rolle. Die Distanzierung von all diesen Problemen und Stressabbau gelingt bei manchen besser im Krankenhaus, als wenn sie zu Hause bleiben. Dies ist insofern von Bedeutung da Tinnitus und Hörsturz auch direkte Stressfolgen sind.

Bei einem akuten Hörsturz ist immer auch eine Abklärung aller möglichen Ursachen erforderlich, dazu gehören eine farbcodierte Dopplersonographie der Halsgefäße, ein Halswirbelsäulen-Rö mit Funktionsaufnahmen und in den meisten Fällen auch ein MRT des Gehirns.

Eine solche Therapie ist ja auch in aller Regel vor Ort möglich, sodass wir Akutfälle aus unserem näheren Einzugsgebiet betreuen.

Wenn die Akuttherapie allerdings keinen Erfolg bringt und ein höherer Leidensdruck besteht, ist der Beginn einer Retrainingtherapie möglich und sinnvoll.

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