Wie groß ist der Einfluss der Psyche auf den Tinnitus?

Der Einfluss der Psyche ist immens.

Um das zu illustrieren, kurz die Geschichte eines jüngeren Patienten von 36 Jahren: Bei dem Patienten entwickelte sich vor circa 2 Jahren ein subjektiv als harmlos eingeschätztes Ohrgeräusch.

Nach ein paar Monaten suchte der Patient einen HNO-Facharzt auf, der einen Hörtest machte, der völlig normal war. Der Patient schildert den weiteren Verlauf dann so:  Nachdem der Kollege festgestellt hatte, dass der Tinnitus (auf Grund des guten Gehörs)  „nicht von den Ohren“ sein konnte, erhielt er ohne weitere Erklärung eine Zuweisung zum MRT des Gehirnes und einen Kontrolltermin einige Wochen später.

Der Patient begann darauf hin zu googeln, da er wissen wollte, wozu das MRT erforderlich sei und fand nun die Möglichkeit, dass ein Tumor im Bereich des Gehirns („Akustik-Neurinom“) für die Auslösung des Ohrgeräusches verantwortlich sein könnte. Er bekam regelrechte Angstzustände und das ursprünglich völlig harmlose Ohrgeräusch wurde zu einem unerträglichen Tinnitus.

Dass das 3 Wochen später durchgeführte MRT völlig in Ordnung war, vermochte nichts mehr daran zu ändern. Von diesem Zeitpunkt an hatte der Patient einen unerträglichen Tinnitus, der ihn zu mir ins Tinnitus-Zentrum führte. Auch eine Aufklärung über die Zusammenhänge reichte nicht mehr aus. Der Patient benötigte eine Retraining-Therapie mit Noisern, um sein Problem Wiede in den Griff zu bekommen.

 

 

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