Was versteht man unter Tinnitus-Retraining-Therapie?

Ein chronisches Ohrgeräusch wird im Gehirn in der Hörrinde abgespeichert wie Daten auf der Festplatte eines Computers. Eine Behandlung mit Cortison ist daher nicht möglich. In der Regel verursachen gerade hochfrequente Tinnitus-Arten wie Singen, Pfeifen, Sägen den höchsten Leidensdruck. Es gibt aber auch andere Geräusche in unserer Umwelt, wie Wasser- oder Meeresrauschen oder ein Blätterrauschen im Wald, die für uns in der Regel angenehm sind und mit denen wir Erholung, Urlaub und Freizeit verbinden. Bei der „Retraining-Therapie“ geht es, wie der Name schon sagt, um ein Umlernen des Gehirnes. Die angenehmen rauschähnlichen positiven Geräusche werden von sogenannten „Noisern“ erzeugt, die wie winzige Hörgeräte im oder hinter dem Ohr getragen werden. Sie versorgen die Patienten ganztägig mit einem angenehmen positiven „Gegengeräusch“ zum Tinnitus und drängen das hohe Singen und Pfeifen des Tinnitus in den Hintergrund. Das Gehirn lernt langsam wieder um, die Speicherung des Tinnitus in der Hörrinde wird modifiziert oder gelöscht. Fast alle Patienten profitieren tagsüber in der Tragezeit von den Noisern, bei den meisten Patienten bleibt der Tinnitus auch abends nach dem Herausgeben wesentlich leiser und weniger aufdringlich.

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